01.12.2025
40 Jahre Nikolausgruppe Heldemar Paul
Aus einer Idee wurde eine Herzenssache
Seit 1985 sind wir in der Adventszeit als Nikolausgruppe unterwegs. Was mit einem selbst genähten Gewand und einem ersten Familienbesuch begann, verbindet heute viele Menschen in und um Albstadt – und hat in vier Jahrzehnten rund 250.000 Euro für krebskranke Kinder und ihre Familien in Tübingen zusammengebracht.

Der erste Besuch im Dezember 1985
Im Dezember 1985 machten sich Heldemar und Giuseppina Paul zum ersten Mal auf den Weg, um eine Familie als Nikolaus und Knecht Ruprecht zu besuchen. Vieles war damals improvisiert: Heldemars Mutter nähte das erste rote Gewand aus einem Tischtuch. Aus einem Staubsaugerrohr und einem mit Goldpapier umwickelten Spazierstock entstand der Bischofsstab.
Doch die Idee dahinter war von Anfang an klar. Der Nikolaus sollte Kindern keine Angst machen. Er sollte ihnen freundlich begegnen, von Jesus erzählen und an ein gutes Miteinander in der Adventszeit erinnern. Dieser Gedanke trägt unsere Gruppe bis heute.

Aus Besuchen wurde gemeinsame Hilfe
Schon die erste Zeit zeigte, wie groß das Interesse an den Nikolausbesuchen war. Bald kamen weitere Mitstreiter hinzu. Familien, Kindergärten, Schulen, Vereine und Firmen luden die Gruppe ein. In besonders arbeitsreichen Jahren standen zwischen 90 und 100 Besuche auf dem Plan. Zeitweise waren bis zu sechs Nikoläuse mit ihren Begleitern unterwegs.
Auch bei den Kostümen war Erfindungsgeist gefragt. Giuseppina fertigte die Bärte anfangs aus Watte und Haarspray. Regen war dabei eine besondere Herausforderung – und sorgte manchmal für Bilder, über die heute noch herzlich gelacht wird.

Ein Besuch in Tübingen gab die Richtung vor
Von Beginn an gehörten freiwillige Spenden zu den Besuchen. Nach einem Besuch im Elternhaus für krebskranke Kinder in Tübingen stand 1988 fest, wem diese Hilfe zugutekommen sollte. Seitdem unterstützen wir den Förderverein für krebskranke Kinder Tübingen und damit Kinder und Familien, die eine besonders schwere Zeit durchleben.
Über die Jahre wuchs diese Unterstützung auf rund 250.000 Euro an. Dazu beigetragen haben viele Familien, Privatpersonen, Vereine und Unternehmen. Manche Spende wurde bei einem Besuch übergeben, andere lag mit einer persönlichen Karte im Briefkasten. Jede einzelne davon ist ein Zeichen der Verbundenheit.
Geben ist wichtiger als Nehmen.Unser Leitgedanke nach Franz von Assisi

Viele Menschen tragen die Gruppe
Die Nikolausgruppe ist längst größer als ihre Gründer. Zahlreiche Helferinnen und Helfer haben sich über die Jahrzehnte eingebracht. Sie schlüpfen in die Gewänder, begleiten die Besuche, kümmern sich um Anfragen und Terminplanung oder bereiten die Gruppe beim jährlichen Impulsabend auf die Saison vor.
Heute sind wir in Albstadt und darüber hinaus bis in den Raum Balingen, Burladingen und Meßstetten unterwegs. Jedes Jahr beginnt Anfang Januar mit dem schönsten Abschluss der vergangenen Saison: Dann ziehen wir Bilanz und übergeben die gesammelten Spenden an den Förderverein in Tübingen.
Dankbar für 40 Jahre – und bereit für alles, was kommt
Wenn wir heute auf die alten Fotos schauen, sehen wir weit mehr als Kostüme und Besuche. Wir sehen Kinderaugen, Begegnungen, Freundschaften und eine Gemeinschaft, die über vier Jahrzehnte gewachsen ist. Wir danken allen, die diesen Weg mitgegangen sind, uns eingeladen, unterstützt oder selbst mit angepackt haben.
Heldemar und Giuseppina bringen es so auf den Punkt: „So lange wir Kraft bekommen, machen wir weiter.“
Mehr zum Jubiläum: Der Journalist Horst Schweizer hat die Geschichte unserer Gruppe ausführlich porträtiert. Zum Artikel bei Schwäbische.de vom 5. Dezember 2025 ↗
Fotos: Horst Schweizer. Veröffentlichung auf unserer Website mit Genehmigung der Rechteinhaber.
